Europa stärken - Herausforderungen anpacken

Europaabgeordneter Norbert Neuser zum Europatag

Brüssel/Boppard. "Europa ist für uns heute wichtiger denn je", sagt der rheinland-pfälzische SPD Europaabgeordnete Norbert Neuser anlässlich des Europatags am 9. Mai, „nur in einem Europa das nach außen geeint auftritt und das nach innen als Gemeinschaft funktioniert, können wir in einer globalisierten Welt Bedingungen schaffen, unter denen Frieden und Wohlstand in Europa bewahrt bleiben. Ein solches Europa tritt auch nach außen hin friedensstiftend auf und unterstützt als Handelspartner Entwicklung weltweit. Wir sollten uns deshalb nicht nur am Jahrestag zu Europa bekennen."

"Das Europa von 2018 steht vor bislang ungekannten Herausforderungen. Der Brexit gehört ebenso dazu, wie das veränderte Verhältnis zu einer USA unter Trump, aber auch kriegsbedingte Flucht und Migration aufgrund ungleicher Lebensbedingungen stellen viele Europäischen Staaten vor Schwierigkeiten, die sie in diesem Ausmaß bislang nicht kannten. Ein geeintes Europa hat die Möglichkeit wirkungsvolle Ansätze zu entwickeln und Zuwanderung in geordnete Bahnen zu lenken, indem es die Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern langfristig verbessert. In diesem Zusammenhang ist ein neuer Fokus auf nachhaltige Entwicklungsprojekte in diesen Ländern wichtig. Die Möglichkeit, über Erasmusprogramme die Ausbildung von jungen Menschen zu fördern, ermöglicht es ihnen später, mit neuem Wissen und Perspektiven ihr Land aufzubauen und zu entwickeln. Um dies zu leisten, kann und muss Europa andrerseits aber auch Wege finden, seine Außengrenzen wirkungsvoll zu schützen.

Dass die EU durchaus in der Lage ist, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren, zeigt auch der neue EU-Haushalt für die kommenden Jahre: Die EU hat die Zeichen der Zeit erkannt und sieht deutlich mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit vor. So wird etwa mehr Geld in die Hand genommen um Außengrenzen zu sichern; und ganz wichtig, die erfolgreichen Erasmus-Programme, damit junge Europäerinnen und Europäer im Ausland studieren, im Rahmen ihrer Ausbildung lernen oder Praktika absolvieren können, werden mit deutlich mehr Finanzmitteln ausgestattet. Es wurden aber auch Einsparungen vorgenommen, etwa im Bereich der Agrarpolitik, was gut ist, weil die Förderung der Agrar-Großbetriebe deutlich reduziert wird und stattdessen kleinere Unternehmen gestärkt werden, die nachhaltig produzieren. Das Europa von 2018 ist nicht perfekt. Aber wenn wir es weiterhin stärken sind wir in der Lage, Herausforderungen gemeinsam anzupacken!", ist Norbert Neuser überzeugt.

Am 9. Mai 1950 legte der damalige französische Außenminister Robert Schumann den Grundstein für die heutige Europäische Union und reichte Deutschland und anderen europäischen Staaten die Hand, um gemeinsam für Wohlstand und Frieden zu arbeiten. Schumann schlug damals vor, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen. Dies war der Vorläufer der Europäischen Union. Deshalb wurde der 9. Mai als der Europatag festgelegt.
(04.05.2018)