Ruanda nimmt Migranten aus Libyen auf

Vorbild für Europa

Das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda hat angesichts der dramatischen Menschenrechtslage in Libyen und nach Berichten über Fälle von Sklavenhandel angeboten, einen Evakuierungsplan der beim EU-Afrika-Gipfel vereinbart wurde zu unterstützen. Insgesamt ist Ruanda bereit, 30.000 Migranten aus Libyen aufzunehmen. Nach Angabe des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind die Flüchtlinge in einer aussichtslosen Lage. Viele versuchen illegal mit Hilfe von Schleppern nach Europa zu kommen, werden aber von Milizen in Haftlagern unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten. Ruandas Regierung hat sich deswegen in beispielloser Weise bereit erklärt, ihren Teil zur Lösung der Migrationskrise in Libyen beizutragen.

Norbert Neuser, entwicklungspolitischer Sprecher der europäischen Sozialdemokraten: „Ruanda ist ein kleines Land, das bereits mit Überbevölkerung und Krisen in den Nachbarstaaten Kongo und Burundi zu kämpfen hat. Trotzdem ist es sich seiner internationalen Verantwortung bewusst. Das rheinland-pfälzische Partnerland sollte Vorbild für Europa sein. Gemessen an seiner Größe und Volkswirtschaft leistet Ruanda ein Vielfaches dessen, was die europäischen Staaten und auch Deutschland bereit sind zu tun!“
(06.12.2017)