Keine atomaren Luftwaffenmanöver über Deutschland

Neuser fordert Beitritt zum internationalen Atomwaffenverbot

Brüssel/Boppard. Die zurzeit stattfindende Atomwaffenübung „Steadfast noon“ hat der rheinland-pfälzische SPD Europaabgeordnete als sehr bedenklich und als überflüssige militärische Drohgebärde kritisiert. Bei dem unter extremer Geheimhaltung stattfindendem NATO Manöver ist auch die Luftwaffenbasis in Büchel in der Eifel einbezogen, Stationierungsort des taktischen Luftwaffengeschwaders 33.

Norbert Neuser: „Nach meinen Informationen ist neben Büchel auch der Atomwaffenstandort „Kleine Brogel“ in Belgien beteiligt. An der Übung zum Einsatz von Atombomben nehmen auch Flugzeuge aus den Niederlanden, Italien und der Türkei teil. Erstmalig sind auch Kampflugzeuge nichtnuklearer Länder aus Polen und Tschechien mit den Typen F 16 und JAS-Gripen teil des Luftwaffenmanövers.“

Vor dem Hintergrund der von Präsident Trump geplanten Erneuerung der B 61 Atomwaffen, um die Atomwaffen u. a. zielgenauer einsetzen zu können sieht Neuser die sich ändernde Nuklearstrategie der NATO sehr kritisch. Norbert Neuser: „Die Hemmschwelle zum Einsatz von Atomwaffen wird reduziert. Die Aufrüstungsspirale dreht sich angesichts des zunehmenden feindlichen Verhältnisses mit Russland weiter. Die Bundesregierung sollte, gerade vor der Verleihung des Friedensnobelpreises 2017 an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen ICAN, den Abzug der letzten in Deutschland stationierten Atomwaffen aktiv betreiben und die von Trump gewollte neue Atomstrategie nicht unterstützen. Die Bundesregierung bleibt aufgefordert, Übungen für den Atomwaffeneinsatz einzustellen und endlich dem internationalen Vertrag zum Verbot der Atomwaffen beizutreten.“
(19.10.2017)