Erstellt am Montag, 19. Februar 2018 15:01

EU unterstützt Zentral Afrikanische Republik mit humanitärer Hilfe und Militärtraining

Die Situation in der Zentral Afrikanischen Republik hat sich seit den bewaffneten bürgerkriegsähnlichen Konflikten 2013 durch die Wahl von Präsident Faustin-Archange Touadéra im Jahr 2016 und die Wahl eines Parlamentes kaum verbessert. Mit 2 weiteren Abgeordneten des Europäischen Parlaments war Norbert Neuser jetzt für den Entwicklungsauschuss in der Zentral Afrikanischen Republik. Wegen der angespannten Sicherheitslage konnten nur in der Hauptstadt Bangui Gespräche, u.a. mit Präsident Touadéra und Kardinal Dieudonné Nzapalaigna sowie beim Besuch von EU und UNO unterstützten Projekten, geführt werden.

Die Hälfte der 5 Millionen Einwohner benötigt immer noch humanitäre Hilfe, die Zahl der unterernährten Kinder liegt mit 40 % weltweit am höchsten, in den benachbarten Ländern Kongo Brazaville, Demokratische Republik Kongo, Süd-Sudan, Sudan, Tschad und Kamerun leben 540.000 Flüchtlinge.

Beim Besuch der von UNICEF finanzierten Schule Ecole Notre Dame mit mehr als 3000 Schülern, jeweils 80 bis 90 Kinder in einer Klasse bei nur 18 Lehrerinnen und Lehrern, die im Schichtbetrieb unterrichten, konnte Norbert Neuser spüren, wie froh die Kinder sind, auch unter so schwierigen Verhältnissen endlich wieder lernen zu können. Das besuchte Projekt "Les Flamboyants" unterstützt Frauen mit kleinen Krediten, als Kooperative beim Verkauf selbst hergestellter Ware. Wegen des Bürgerkrieges mussten rund 700.000 Menschen (Binnenflüchtlinge) ihre zerstörten Häuser verlassen, die französische Hilfsorganisation ACTED unterstützt die Flüchtlinge mit dem Bau kleiner Häuser in der Nähe ihrer zerstörten Siedlungen.

Eine entscheidende Rolle zur Verbesserung der Situation spielt das von der EU gegebene Mandat EUTM RCA, die EU - Training Mission mit 170 Militärausbildern aus 10 verschiedenen europäischen Ländern. In Kooperation mit den UN-Soldaten sollen die Militärstreitkräfte der Zentral Afrikanischen Republik in die Lage versetzt werden, die Sicherheit im Land wieder herzustellen. Ohne Sicherheit gibt es keine Entwicklung. Aber dafür brauchen die EU-Ausbilder bessere Bedingungen für diesen risikoreichen Einsatz.